Eidechsenfisch, Goldband Selar, Hundzahn-Umberfisch — auf unseren Packungen stehen Namen, die man in europäischen Fischtheken nie liest. Dabei sind es keine Exoten, sondern gut verfügbare Arten, die im Pazifikraum seit Generationen gegessen werden. Hier ist, wer da eigentlich im Beutel steckt.
Warum diese Arten und nicht Lachs?
Getrocknet wird traditionell, was mager ist. Fettreicher Fisch wie Lachs oder Makrele eignet sich schlecht: Sein Fett oxidiert an der Luft und wird ranzig, bevor der Snack seine Haltbarkeit ausspielen kann. Magere Arten mit festem, weissem Fleisch trocknen dagegen sauber durch und bleiben lange stabil.
Dazu kommt ein zweiter Punkt. Viele der hier verwendeten Arten sind kleine, schnellwachsende Fische, die in grossen Beständen vorkommen und in Europa kaum nachgefragt werden.
Die Arten im Einzelnen

Humboldt-Tintenfisch
Dosidicus gigas
Kein Fisch, sondern ein Kalmar — und der Star im Sortiment. Er lebt im Ostpazifik vor Peru und Chile, wird erstaunlich schnell gross und vermehrt sich in enormem Tempo. Sein Fleisch ist fest, sehr mager und faserig; getrocknet zerfällt es in genau die hellen Streifen und Fäden, die viele als Erstes mit Fischsnacks verbinden.

Pazifische Sardelle
Stolephorus spp.
Der kleinste Vertreter im Sortiment und der einzige, den man im Ganzen isst — mit Kopf, Gräte und allem. Sardellen sind Schwarmfische, die sich von Plankton ernähren und in riesigen Beständen auftreten. Geschmacklich sind sie die intensivsten: salzig, ausgeprägt umami, nichts für den zaghaften Einstieg.

Goldband Selar
Selaroides leptolepis
Ein kleiner Stachelmakrelenverwandter aus dem Indopazifik, leicht zu erkennen an dem leuchtend gelben Längsstreifen von Kieme bis Schwanz. In Südostasien ein Alltagsfisch. Sein Fleisch ist zart, der Geschmack kräftig.

Grossschuppen-Eidechsenfisch
Saurida undosquamis
Der Name kommt vom Aussehen: länglicher, zylindrischer Körper, grosser Kopf, viele kleine spitze Zähne — tatsächlich eidechsenhaft. Er lebt am Meeresboden des Indopazifiks. Sein Fleisch ist sehr weiss und mager, mit einem sauberen, unaufdringlichen Geschmack.

Hundzahn-Umberfisch
Otolithes ruber
Auch dieser Name ist wörtlich zu nehmen — er trägt auffällige hundezahnähnliche Fangzähne im Oberkiefer. Umberfische gehören zu den Trommlern: Sie können mit der Schwimmblase hörbare Geräusche erzeugen. Das Fleisch ist fest und eignet sich besonders gut für die geräucherte Variante.

Seeteufel
Lophius litulon
Der spektakulärste Fisch im Sortiment: ein Anglerfisch mit mächtigem, flachem Kopf und riesigem Maul, der am Meeresboden lauert. Kulinarisch ist er eine Delikatesse — sein Fleisch ist ausgesprochen fest. Das erklärt auch den höheren Preis der Seeteufel-Sorten.

Pazifischer Kabeljau
Gadus macrocephalus
Der bekannteste Name auf der Liste und ein naher Verwandter des atlantischen Kabeljaus. Weisses, blättriges Fleisch, sehr mager, im Geschmack mild. Der Klassiker für alle, die bei Fisch auf Nummer sicher gehen wollen.

Blauer Wittling
Micromesistius poutassou
Ein schlanker Dorschverwandter aus dem Nordatlantik, einer der häufigsten Speisefische überhaupt — und trotzdem auf kaum einem europäischen Teller. Mager, mild, unkompliziert.

Garnelen
Trachypenaeus curvirostris
Der einzige Krebs im Sortiment. Gegrillt und getrocknet entwickeln Garnelen eine konzentrierte Süsse mit deutlicher Meeresnote. In unseren Gourmet Stripes steckt dagegen kein Fisch — dort sorgt ein Garnelen-Aroma für den Geschmack.
Woran erkennt man die Sorte im Beutel? Helle, lange Fäden und Streifen deuten auf Tintenfisch. Kleine ganze Fische mit Kopf sind Sardellen. Flache, blättrige Filetstreifen kommen von Kabeljau, Selar, Eidechsen- oder Umberfisch. Besonders feste, dicke Stücke sind meist Seeteufel.
Welche Art passt zu dir?
Wer es mild mag, startet bei Kabeljau oder Tintenfisch. Wer Intensität sucht, geht direkt zur Sardelle.
Zum Geschmacks-FinderWelche Art in einem bestimmten Produkt verarbeitet wurde, steht jeweils in der Zutatenliste auf der Verpackung. Dieser Beitrag beschreibt die Arten allgemein und dient der Information. Die Abbildungen sind KI-generierte Symbolbilder.